Bichelsee-Balterswil
Geografie
Geographisches
Die Politische Gemeinde Bichelsee-Balterswil liegt
auf 47° 27 30 nördlicher Breite und 8° 55
30 östlicher Länge. Die beiden ehemaligen Ortsgemeinden
Bichelsee und Balterswil bilden seit dem 01. Januar 1996 die Politische Gemeinde
Bichelsee-Balterswil. Seit dem 1. Januar 2002 sind auch die bisherigen zwei
Primar- und die Oberstufenschulgemeinde in einer Volksschulgemeinde vereint.
Die Fläche der Gemeinde beträgt 1226 ha. Die Gemeinde zählt derzeit
rund 2500 Einwohner. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt mit 852.9 m südöstlich
von Bärlischwand in der gleichnamigen Exklave der Gemeinde. Der tiefste
Punkt ist die Lützelmurg westlich von Ifwil mit 556 m. Das Dorf Balterswil
liegt auf etwa 575 m, Bichelsee auf 600 m.
Die Politische Gemeinde setzt sich vor allem aus den Dörfern Bichelsee
und Balterswil sowie den kleineren Orten Ifwil, Itaslen, Loh, Niederhofen/Höfli,
Steig sowie einigen weiteren Weilern und Einzelhöfen zusammen.
Klimatisch gesehen liegen wir, für den Thurgau, in einer eher rauhen Gegend.
Die Durchschnittstemperatur liegt ca. 1.5°C unter der Temperatur des Bodenseegebietes,
auch die Niederschläge sind um einiges häufiger. Doch dafür wird
auf Grund der Topographie unsere Gegend kaum von Hagelschlägen heimgesucht,
und wir haben hier viel weniger Nebeltage als zum Beispiel im Thurtal.
Geologisches
Die in unserer Gegend an der Oberfläche auftretenden geologischen Schichten
zählen zur Oberen Süsswassermolasse. Das Alter dieser
Schichten beträgt etwa 1-3 Millionen Jahre. Diese Schichten, die meist
aus Kies und Nagelfluh bestehen, wurden in dieser klimatisch recht warmen Zeit
durch riesige Flüsse aus den Alpen bei uns abgelagert. In dieser Zeit lebten
in dieser Gegend Tiere und Pflanzen, welche den heute in Afrika vorkommenden
recht ähnlich waren. Diese Molasseschichten sind häufig durch Moränenschutt
überdeckt oder vermischt. Später wurden die Täler der Umgebung
durch die Gletscher der verschiedenen Eiszeiten geschaffen. Zum Teil wurden
die Täler durch die Gletscher selbst herausgehobelt. Teilweise
waren es riesige Schmelzwasserströme, welche die Täler formten. Je
nach Gletscherstand flossen die Schmelzwasserströme in Richtung Bichelsee
und Turbenthal oder in Richtung Aadorf und wieder zu anderen Zeiten in Richtung
Sirnach und Murgtal. Ob sich der Bichelsee tatsächlich in der Zeit seit
der letzten Eiszeit bis nach Dussnang erstreckte, ist schwer zu beweisen. Aufgrund
der topographischen Begebenheiten (vom Gletscher gebildetes Urstromtal von Dussnang
über Itaslen, Bichelsee nach Seelmatten-Neubrunn-Turbenthal) ist dies anzunehmen.
Dass der Talboden sehr stark torfhaltig ist und auch andere schlecht tragende
Schichten aufweist begründet auch den Umstand, dass der vor ca. 125 Jahren
von Eisenbahnkönig Guyerzeller geplante (und vom Bund konzessionierte)
Eisenbahnstrang Turbenthal-Eschlikon fallen gelassen werden musste, weil die
geologischen Verhältnisse eine vernünftige Linienführung verhinderten.
Die schlechten Bodenverhältnisse dürften der Grund gewesen sein, dass
die Postkutsche Zürich-St. Gallen seinerzeit nicht über unser Tal,
sondern über die Anhöhen von Tuttwil geführt wurde. Es wird denn
auch erzählt, dass noch im Jahre 1920 Heribert Alber einen ganzen Wiesbaum
in der Gegend südlich des heutigen Oberstufen-Schulzentrums Lützelmurg
von Hand senkrecht in den Riedboden drücken konnte.
Heute sind praktisch alle grossen Riedlandschaften entwässert, so die Ebenen
zwischen Balterswil-Ifwil-Wallenwil, Bichelsee-Itaslen-Balterswil oder das Ried
zwischen Bichelsee und Höfli-Niederhofen, das im Rahmen der Anbauschlacht
während des 2. Weltkrieges melioriert wurde. Auch wenn inzwischen diese
Flächen zu begehrtem Kulturland geworden gehört das Schlittschuhlaufen
der Kinder in Teilgebieten dieser entwässerten Moore (wie es in den 20-iger
und 30-iger Jahren vorigen Jahrhunderts noch möglich war) trotzdem nicht
endgültig der Vergangenheit an.